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Wir versuchen, heute wieder ein möglichst normales Leben zu führen

Im Sommer 2018 war Familie Hallenberger wieder mit dem Wohnmobil in Norwegen. Eine Reise, die noch vor einigen Jahren unmöglich schien, denn Helga Hallenbergers Überlebenschancen galten als nur noch sehr gering. Aber mit der Unterstützung ihres Mannes und mithilfe intensiver Förderung durch die Mitarbeiter*innen der Mobilen Alten- & Krankenpflege Bad Arolsen, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Fachpflege Gruppe, verlor sie selbst in schwierigsten Zeiten nie die Kraft und ihren Willen, zu kämpfen.

Aufgrund von Spätfolgen einer Diabeteserkrankung musste sich Helga Hallenberger einer Operation an der Mitralklappe unterziehen. Die OP war gut verlaufen und der Wundheilungsprozess war an den ersten Tagen zufriedenstellend. „Alles war prima“, erzählt Helga Hallenbergers Ehemann. Vier Tage nach dem Eingriff traten nur „ein bisschen Herzrhythmusstörungen sowie ab und zu mal ein Vorhofflimmern auf, was ja nicht ungewöhnlich nach so einem Eingriff ist. Bei der Visite waren die Ärzte mit dem Zustand meiner Frau sehr zufrieden, auf der Intensivstation sollte sie aber vorerst bleiben. Entgegen dieser Absprache wurde Frau Hallenberger aber auf ein normales Zimmer verlegt. Dort kam es am nächsten Tag plötzlich zu Komplikationen und sie musste reanimiert und tracheomiert werden.

Nach der Verlegung in eine entsprechende Fachklinik, rissen die Zwischenfälle nicht ab und das Unfassbare passierte: „Die letzte Schicht hatte Helgas Trachealka-nüle nicht mehr kontrolliert und die erste Schicht begann am anderen Ende des langen Krankenhausflurs. Als die Pflegekräfte endlich zu meiner Frau kamen, hatte sich die Trachealkanüle schon mit Schleim zugesetzt und sie bekam keine Luft mehr. Es ging ihr so schlecht, dass sie wieder reanimiert werden musste.“Seit diesem Vorfall lag Helga Hallenberger im Wachkoma. Schließlich wurde der Familie nahegelegt, sich um einen Hospizplatz zu kümmern. Herr Hallenberger jedoch wollte das nicht. „Was dann passierte, war göttliche Fügung, Zufall oder einfach nur ein Glücksgriff. Ich habe angefangen, mich über Intensivpflege zu Hause zu erkundigen und bin auf die Mobile Alten- & Krankenpflege in Bad Arolsen gestoßen. Ich erhielt innerhalb kürzester Zeit einen Gesprächstermin in der Klinik, in der meine Frau lag.“

Die Gesprächspartnerinnen waren Heidi Lokas, zu-ständig für das Überleitungsmanagement der Mobilen Alten- & Krankenpflege, und Pflegedienstleitung Loudvinka Garweg. Herr Hallenberger war eher skeptisch. Rückblickend erzählt er, welche Gedanken ihm während des Gesprächs durch den Kopf gegangen waren: „Die können ja gar nichts anderes sagen, außer dass sie meiner Frau helfen wollen“. Dass alles so gut verlaufen würde, konnte er damals ja nicht ahnen! Auf jeden Fall erklärte er sich schließlich mit dem Einzug in die Intensiv-Wohngemeinschaft nach Stadtallendorf einverstanden. So fand der Umzug statt: „Ich habe das Zimmer eingerichtet, hatte alles mitgebracht, was ich transportieren konnte – Möbel, Bettwäsche, Bilder, Helgas Tellerchen von 1956, aus dem sie ihren ersten Brei gegessen hatte, Bilder von den Eltern, Parfüm, eben alles, was ich greifen konnte. Ich war noch am Aufbauen, als meine Frau mit dem Krankenwagen gebracht wurde und, so unglaublich das klingen mag, schon an diesem ersten Tag war klar, dass Stadtallendorf für uns der Wendepunkt war“, sagt er.

Frau Hallenberger ging es von Tag zu Tag besser. Sehr schnell hatten die Mitarbeiter*innen in Stadtallendorf erkannt, dass Helga Hallenberger gefördert werden kann und muss, denn sie reagierte immer öfter. „Was in Stadtallendorf geleistet wurde, ist unglaublich“, berichtet glücklich Herr Hallenberger. „Meine Frau erholte sich zusehends. Irgendwann haben wir dann ganz energisch darauf hingearbeitet, dass sie die Trachealkanüle los wird, wir haben entblockt, am Anfang nur ein paar Minuten. Es war natürlich immer jemand mit dabei. Dann haben wir von drei Minuten entblocken auf zehn erhöht, dann eine Stunde, dann drei Stunden tagsüber, natürlich nie allein. Dann haben wir irgendwann den Entschluss gefasst, sie die ganze Nacht entblockt zu lassen. Natürlich war Helga nie allein und ich hatte volles Vertrauen zu den Pflegekräften in der WG, die mich – zugegebenermaßen – auch öfter mal bremsen mussten, weil es mir nicht schnell genug ging. Ich hatte anfangs nicht verstanden, dass so eine Entwicklung seine Zeit braucht.“

Nur wenige Monate später konnten die Trachealkanüle, danach der Dauerkatheter und die Magensonde entfernt werden. Helga Hallenberger verließ die Wohngemeinschaft dann tatsächlich auf ihren eigenen Beinen. Jetzt lebt sie zuhause – und macht schon wieder Reisen im Wohnmobil. „Wir sind und waren schon immer gern und viel mit dem Wohnmobil unterwegs, jetzt ist das ein umgebauter LKW. Mit zwei speziellen Leitern mit Geländer kann Helga die Höhenunterschiede überwinden und aus- und einsteigen. Das haben wir mit der Krankengymnastik richtig eingeübt, damit wir sicher sein konnten, dass Helga das auch schafft. Die zwei Wochen in Norwegen waren dann einfach genial. So schauen wir wirklich voll Zuversicht in die Zukunft. Wir hätten das alles nie für möglich gehalten. Inzwischen sind wir uns sicher, dass wir auch in den kommenden Jahren wieder unseren Alltag gestalten und ein recht normales Leben miteinander führen können. Mit der Mobilen Alten- & Krankenpflege Bad Arolsen sind wir weiterhin in Kontakt, auch wenn wir zum Glück ja keine Intensivpflege mehr brauchen. Aber wir werden nie vergessen, was der Pflegedienst für uns getan hat.“

Das Gespräch mit Herrn Hallenberger führte Stefanie Baiter. Es ist in der GD 45, Juli 2019, auf S. 31 – 32 erschienen.