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Tetraplegie (Quadriplegie, Tetraparalyse)

Die Tetraplegie ist eine komplette Lähmung (Plegie) aller vier Extremitäten und gehört zu den Formen der Querschnittslähmung. Ursache für diese Form der Plegie ist in der Regel eine Schädigung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Diese Schädigung kann unterschiedlichste Ursachen haben. In etwa 60 Prozent aller Fälle ist ein Trauma (durch einen Unfall) die Ursache für die Lähmung. Weitere Ursachen sind Tumore, Entzündungen sowie Erb- oder Infektionskrankheiten. Zudem kann eine Tetraplegie auch idiopathisch – also ohne fassbare Ursache – entstehen. Die Bezeichnung Tetraplegie wird aus den griechischen Termini “tetra” (vier) und “plege” (Lähmung) zusammengesetzt. Weitere Bezeichnungen für die Erkrankung sind “Quadriplegie” oder “Tetraparalyse”. Da in schweren Fällen auch die Atemmuskulatur von der Lähmung betroffen ist, müssen diese betroffenen Personen künstlich beatmet werden.

Die Deutsche Fachpflege Gruppe gehört zu den führenden Anbietern in der Intensiv- und Beatmungspflege und ermöglicht intensivpflegebedürftigen Menschen – so auch Tetraplegikern – eine umfassende Pflege in Beatmungs-WGs, in stationären Einrichtungen und auch im eigenen Zuhause. Dabei stehen die individuellen Bedürfnisse unserer Klient*innen im Mittelpunkt. 

Sie sind auf der Suche nach der passenden Intensivpflege-Betreuung? Informieren Sie sich schnell und unkompliziert in unserer Standortsuche. Hier finden Sie die optimale Pflege bei Tetraplegie und Querschnittslähmung – einfach und in Wohnort-Nähe. 

Tetraplegie: Definition

Die Tetraplegie bezeichnet die komplette Lähmung beider Arme und beider Beine. Aufgrund einer Quetschung oder Durchtrennung des Rückenmarks im Halswirbelbereich wird der Muskulatur das Empfinden für Schmerz, Druck oder Temperatur genommen und sie kann weder angespannt noch bewegt werden. Die Tetraplegie ist eine Form der Querschnittslähmung.

Einordnung der Tetraplegie

Die Tetraplegie, auch Quadriplegie oder Tetraparalyse genannt, gehört zu den Formen der Querschnittlähmung. Die Bezeichnung Querschnittlähmung fasst komplette und inkomplette Lähmungen zusammen, die alle oder auch einzelne Extremitäten (untere und obere Extremitäten) betreffen können. Grund für diese Lähmung ist die Schädigung des Rückenmarks im Wirbelkanal der Wirbelsäule sowie die Schädigung der im Rückenmark befindlichen Nerven. Folgende Formen der Lähmung gehören zur Querschnittlähmung:

  • Tetraplegie (vollständige Querschnittlähmung aller vier Extremitäten)
  • Paraplegie (vollständige Querschnittlähmung der unteren Extremitäten)
  • Tetraparese (inkomplette Querschnittlähmung aller vier Extremitäten)
  • Paraparese (inkomplette Querschnittlähmung der unteren Extremitäten)

Tetraparese und Tetraplegie: Unterschiede

Tetraparese und Tetraplegie werden oft als eine Form der Lähmung verstanden – jedoch gibt es hierbei deutliche Differenzen: unterschieden wird die Lähmung aller vier Extremitäten in die inkomplette Querschnittlähmung und die komplette Querschnittlähmung. Während die inkomplette Lähmung (Tetraparese) nur in Teilbereichen des Körpers auftritt, bedeutet die komplette Lähmung (Tetraplegie), dass der Körper ab der Verletzung des Rückenmarks jegliche Bewegung und Sensibilität verliert. Viele Personen, die von einer vollständigen Plegie betroffen sind, werden somit intensivpflegebedürftig. 

Tetraplegie: Ursachen

Ursache für die Lähmung bei der Quadriplegie ist die Zerstörung von Nervenzellen oder aber die Unterbrechung von Nervenfasern. Die Tetraplegie ist die Folge einer Halswirbelsäulenverletzung, die in etwa 60 Prozent der Fälle durch einen Unfall, also ein Trauma, verursacht wird. Häufigste Ursachen für diese Rückenmarksverletzungen sind Unfälle im Straßenverkehr oder Unfälle bei sportlichen Aktivitäten. Beispiele hierfür sind Extremsportarten, aber auch Freizeitaktivitäten wie Snowboard- oder Skifahren, Klettern, Radfahren oder Reiten. 

Weitere Ursachen für die Schädigung des Rückenmarks können Tumore, Erb- oder Infektionskrankheiten und Entzündungen sein. Dazu gehören:

  • Kinderlähmung (erblich bedingt)
  • Syringomylie (Höhlenbildung in der grauen Substanz des Rückenmarks)
  • neurologische Autoimmunkrankheiten 
  • entzündlich verursachte Erkrankungen mehrerer Nerven
  • infektiöse Erkrankungen mehrerer Nervenzellen
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Thrombose (Gefäßerkrankung)
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Multiple Sklerose 

In manchen Fällen ist die Tetraplegie zudem idiopathisch – das heißt die Erkrankung entsteht ohne feststellbare Ursache.

Verletzung der Halswirbel – Je höher desto schlimmer

Wie stark die Plegie ausgeprägt ist, hängt in erster Linie von der Lage des betroffenen Segments der Wirbelsäule ab. Auch die Schwere der Verletzung sowie die Art der Nervenfasern, die beschädigt wurden, spielen für die im Rahmen der Rückenmarksverletzung entstandene Behinderung eine wichtige Rolle. 

Es gilt: alle Funktionen unterhalb der Verletzung fallen aus. Von einer Tetraplegie spricht man meist, wenn das Rückenmark oberhalb des siebten Wirbels (Wirbel C1 bis C7) beschädigt ist. Ist das Rückenmark oberhalb des vierten Halswirbels (C4) beschädigt, kommt es meist zu einer Atemlähmung. 

Tetraplegie: Symptome

Der Begriff Tetraplegie meint, dass alle vier Gliedmaßen von der Lähmung betroffen sind. Während bei einer Paraplegie (ebenfalls Form der Querschnittlähmung) die Funktion der Muskulatur des Rumpfes und der Beine gestört ist, ist bei der Tetraplegie zusätzlich die Bewegungsfreiheit der Armmuskulatur vollständig eingeschränkt. 

Im Rahmen der Lähmung der vier Extremitäten können die absteigenden Nervenbahnen und die aufsteigenden Nervenfasern betroffen sein. Sind absteigende Nervenbahnen betroffen, können motorische Signale, die vom Gehirn ausgehen, nicht vollständig an Arme und Beine übertragen werden. Sind aufsteigende Nervenfasern geschädigt, ist das sensorische Empfinden nicht mehr möglich. 

Abhängig von der Schwere der Wirbelverletzung fällt die Ausprägung der Lähmung betroffener Körperbereiche aus. Patienten verlieren meist die Sensibilität für Schmerz, Druck oder auch Temperaturunterschiede. Ihre Wahrnehmung ist dadurch stark eingeschränkt. Sie spüren zum Beispiel die Stellung der eigenen Beine nicht und merken es auch nicht, wenn sie Stuhlgang haben. Auch das Schwitzen ist in den meisten Fällen nicht mehr möglich, da das Nervensystem, das diese Funktion reguliert, nur noch eingeschränkt funktionsfähig ist. Zudem können Menschen mit Tetraplegie an neuropathischen Schmerzen leiden. 

Komplikationen bei Tetraplegie

Ist die Quadriplegie stark ausgeprägt, sind Funktionsstörungen der inneren Organe möglich. Solche Funktionsstörungen entstehen, wenn die Verletzung des Rückenmarks zusätzlich Störungen des autonomen Nervensystems verursacht und die Kontrolle über die Organsysteme sowie den Blutkreislauf beeinträchtigt wird. Funktionsstörungen der Blase, des Magen-Darm Traktes sowie der Sexualorgane können die Folge sein. Weitere Begleitsymptome bei tetraplegischen Patienten sind eine unwillkürliche Regulation der Körpertemperatur, des Blutes oder sogar der Herzfrequenz. Somit sind Tetraplegiker anfälliger für infektiöse Krankheiten als gesunde Menschen.

Therapie und Behandlung

Patienten und Patientinnen mit Tetraplegie benötigen eine umfassende Betreuung und Versorgung, die von Mediziner*innen, Therapeut*innen und Pflegefachkräften durchgeführt wird. Je nach Ausprägung und Ursache der Plegie können chirurgische Verfahren, neurologische Untersuchungen sowie physiotherapeutische Behandlungen zur Anwendung kommen. Zudem ist die Psychotherapie ein wichtiger Bestandteil der Betreuung von Tetraplegikern und Querschnittsgelähmten, die aufgrund der individuellen Lebenssituation vermehrt Depressionen entwickeln und sogar suizidgefährdet sein können.

Da tetraplegischen Patienten und Patient*innen anspruchsvoller Pflege und Therapie bedürfen, erfolgt die Behandlung einer Tetraplegie meist in besonderen Behandlungszentren, die speziell auf Rückenmarkverletzungen ausgerichtet sind. Während der Behandlung und Therapie liegen die Schwerpunkte darauf, die Beweglichkeit der Gelenke bestmöglich zu erhalten, Gelenkversteifungen zu verhindern und die Sensibilität zu verbessern. Es werden funktionelle Trainings durchgeführt, um den normalen Bewegungsablauf zu fördern. Des Weiteren wird der Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln geübt. Das zu erreichende Ziel ist immer, die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern und zu unterstützen. Nach der Akutversorgung und anschließenden Rehabilitationsmaßnahmen können viele Betroffene mithilfe der außerklinischen Intensivpflege in Pflegeeinrichtungen, Pflege-Wohngemeinschaften oder auch im eigenen Zuhause versorgt werden.

Tetraplegie – gibt es Heilungschancen?

Schon seit Langem ist die Querschnittslähmung – und damit auch die Tetraplegie – Teil der medizinischen Forschung. Ein durchtrenntes oder verletztes Rückenmark gehört jedoch zu den schwersten Verletzungen, die sich Menschen zuziehen können. Sämtliche Nerven, die vom Gehirn aus in den Körper reichen, laufen durch das Rückenmark. So ist es aktuell zwar möglich, dass die Situation von Patienten und Patientinnen mithilfe von Therapie und ganzheitlicher Rehabilitation verbessert werden kann, eine Heilung ist nach aktuellem Forschungs- und Wissenstand allerdings nicht möglich.

Kann eine Tetraplegie tödlich enden?

Die Tetraplegie als Form der Querschnittslähmung kann in der Akutphase der Plegie tödlich enden. Nach dieser Phase ist die Verletzung der Wirbelsäule nicht mehr potenziell tödlich.

Tetraplegie – Pflege bei Lähmung

Ein Leben mit Tetraplegie birgt eine Vielzahl von Einschränkungen und Komplikationen für erkrankte Menschen. Verletzungen der Halswirbelsäule sind oft so gravierend, dass Patienten und Patientinnen von Hals an abwärts vollständig gelähmt sind. Somit sind diese Personen auf eine umfassende Pflege angewiesen. Ab der Schädigung des vierten Halswirbels (Tetraplegie C4 aufwärts) geht mit der Lähmung der vier betroffenen Gliedmaßen (Arme und Beine) die Lähmung des Zwerchfells einher. Das Zwerchfell, auch Diaphragma genannt, ist ein Muskel, der für die Atmung unerlässlich ist und maßgeblich zur Einatmungsfunktion beiträgt. Für den Fall, dass das Zwerchfell bei erkrankten Personen beeinträchtigt ist, müssen diese dauerhaft beatmet werden. Eine solche Beatmung erfolgt mithilfe der Tracheotomie, invasiv durch eine Trachealkanüle. Der Patient oder die Patientin ist intensivpflegebedürftig und somit dauerhaft auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. 

Professionelle Beatmungspflege bei der Deutschen Fachpflege Gruppe

Die Tetraplegie gehört als komplette Lähmung zu den häufigsten Krankheitsbildern in der außerklinischen Intensivpflege. Wir, von der Deutschen Fachpflege Gruppe, zählen deutschlandweit zu den größten Anbietern in der Intensiv- und Beatmungspflege. Unser Anspruch ist es, beatmungs- und intensivpflegebedürftigen Menschen die bestmögliche Pflege zu gewährleisten. Dabei setzen wir, wie auch unsere Pflegdienste, auf eine umfangreiche, persönliche und passgenaue Betreuung unserer Klienten und Klientinnen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzen wir ausschließlich professionelle Pflegefachkräfte mit Weiterbildung in der Intensivpflege ein. Diese verfügen über ein umfassendes Wissen sowohl in pflegerischen als auch sozialen Bereichen und stehen den Klient*innen sowohl in pflegerischen wie auch sozialen Anliegen zur Seite. 

Sie sind auf der Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung, einer Pflege-Wohngemeinschaft oder interessieren Sie sich für die Intensivpflege durch einen Pflegedienst im eigenen Zuhause? Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach einer passenden Betreuung und Informieren Sie zu Ihrem persönlichen Anliegen. 

Quellen:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-orthopaedie-unfallchirurgie-und-paraplegiologie/klinik-fuer-paraplegiologie-querschnittzentrum/behandlungsspektrum/therapiekonzept/ratgeber-psychologischer-dienst/psychologische-aspekte

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Schaeden-am-Halsmark-Hohes-kardiopulmonales-Risiko-fuer-Patienten-221828.html

https://www.gip-intensivpflege.de/ueber-die-gip/informationsmaterialien/intensivpflege-lexikon/heimbeatmung-bei-wirbelsaeulen-und-rueckenmarkverletzungen/

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104438/Tetraplegie-Nerventransfer-kann-Handfunktion-und-Ellenbogenstreckung-wieder-herstellen