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Tetraplegie

Definition

Der Fachbegriff Tetraplegie bezeichnet die Lähmung beider Arme und beider Beine. Aufgrund einer Quetschung oder Durchtrennung des Rückenmarks wird der Muskulatur das Empfinden für Schmerz, Druck oder Temperatur genommen, und sie kann weder angespannt noch bewegt werden. Die Tetraplegie ist eine Form der Querschnittslähmung.

Unterschieden wir die Tetraplegie in zwei Arten, die inkomplette Tetraplegie und die komplette Tetraplegie. Während die inkomplette Tetraplegie nur in Teilbereichen des Körpers Lähmungen hervorruft, bedeutet die komplette Tetraplegie, dass der Körper ab der Durchtrennung des Rückenmarks jegliche Bewegung und Sensibilität verliert. Da in vielen Fällen auch die Atemmuskulatur von der Lähmung betroffen ist, müssen viele Betroffene zudem künstlich beatmet werden.

Symptome

Abhängig von der Schwere der Wirbelverletzung fällt die Ausprägung der Lähmung betroffener Körperbereiche aus.

So verlieren Betroffene meist die Sensibilität für Schmerz, Druck oder auch Temperaturunterschiede. Ihre Wahrnehmung ist dadurch stark eingeschränkt. Sie spüren zum Beispiel die Stellung der eigenen Beine nicht und merken es auch nicht, wenn sie Stuhlgang haben. Auch das Schwitzen ist in den meisten Fällen nicht mehr möglich, da das Nervensystem, welches diese Funktion reguliert, nur noch eingeschränkt funktionsfähig ist.

Ursache

Die Tetraplegie ist die Folge einer Halswirbelsäulenverletzung, die in den meisten Fällen durch einen Unfall verursacht wird. Aber auch ein Tumor im Bereich der Halswirbel oder ein Rückenmarksinfarkt können Gründe für die Beschädigung des Rückenmarks sein.

Behandlung

Die Behandlung einer Tetraplegie erfolgt in Behandlungszentren, die speziell auf Rückenmarksverletzte ausgerichtet sind, da Betroffene anspruchsvoller Pflege und Therapie bedürfen. Während der Behandlung und Therapie liegen die Schwerpunkte darauf, die Beweglichkeit der Gelenke bestmöglich zu erhalten, Gelenkversteifungen zu verhindern und die Sensibilität zu verbessern. Es werden funktionelle Trainings durchgeführt, um den normalen Bewegungsablauf zu fördern. Des Weiteren wird der Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln geübt. Das zu erreichende Ziel ist immer, die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern und zu unterstützen. Nach der Akutversorgung und Rehabilitationsmaßnahmen, können viele Betroffene mithilfe der Häuslichen Intensivpflege auch in den eigenen vier Wänden oder einer Wohngruppe versorgt werden.