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Lungenemphysem

Definition

Bei Patienten, die an einem Lungenemphysem erkrankt sind, sind die Lungenbläschen (Alveolen) teilweise zerstört und überdehnt. Oft wird ein Lungenemphysem auch als Überblähung der Lunge bezeichnet. Sind die Lungenbläschen zerstört, nimmt die innere Oberfläche der Lunge ab. Als Folge fallen die kleineren Bronchien, die direkt mit den Alveolen verbunden sind, in sich zusammen – die Atmung ist erschwert. Wichtige Funktionen der Lunge können nicht mehr richtig erfüllt werden.

In den meisten Fällen tritt ein Lungenemphysem in Zusammenhang mit einer verengenden Bronchitis auf. Man spricht in diesem Fall dann von einer COPD (»chronic obstructive pulmonary disease«).

Symptome

Das typischste Symptom ist Atemnot – zu Beginn einer Erkrankung lediglich bei körperlicher Belastung, bei fortgeschrittenem Emphysem auch bei alltäglichen Aufgaben. Schnell eintretende Erschöpfung und auch Gewichtsabnahme können im Verlauf der Erkrankung vorkommen.

Ursache

Lungenemphyseme werden durch eine dauerhafte Reizung der Lunge hervorgerufen. Eingeatmete Schadstoffe gelangen über die Atemwege direkt in die Lunge, wo sie die empfindlichen Strukturen der kleinen Bronchien und Alveolen zerstören. Lungenemphyseme sind in den häufigsten Fällen auf das Rauchen zurückzuführen. Andere Faktoren können häufige Atemwegsinfektionen oder die allgemein hohe Schadstoffbelastung der Luft sein. In sehr seltenen Fällen ist die Erkrankung auf erbliche Faktoren zurückzuführen.

Behandlung

Ein Lungenemphysem kann nicht geheilt werden. Trotzdem gibt es eine Reihe an Therapien, die, gemeinsam eingesetzt, weitere Schäden verhindern können.

Der Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von unnötiger Belastung der Lunge. Raucher sollten deshalb konsequent mit dem Rauchen aufhören. Symptome, wie Atemnot, können mithilfe von Inhalationssprays behandelt werden.

Ein ausgeglichenes Kraft- und Ausdauertraining verbessert nicht nur die physische Belastbarkeit, sondern auch speziell die Leistung der Lunge. Ist die Leistung der Lunge zu stark vermindert, kann eine Sauerstoff-Langzeittherapie unterstützend wirken. Dafür muss der Patient mindestens 16 Stunden am Tag ein Sauerstoffgerät tragen. Komfortabler ist dies mithilfe einer Nasenbrille umsetzbar.

Ist das Lungenemphysem sehr weit fortgeschritten, bieten sich für einige Patienten operative Eingriffe an. Hierbei sind zwei unterschiedliche Verfahren zu unterscheiden: eine Lungenvolumenreduktion und eine Lungentransplantation. Beides sind schwerwiegende Eingriffe, die nicht für jeden Patienten geeignet sind. Bei einer Lungenreduktion werden Lungenventile in die überblähten Bereiche eingesetzt. Mit der Zeit kann so eine überblähte Lunge abgebaut werden. Bei einer Lungentransplantation wird die kranke Lunge komplett durch eine Spenderlunge ersetzt. Dieser Eingriff muss medikamentös begleitet werden, um mögliche Komplikationen, wie die Abstoßung der Lunge, zu vermeiden. Hinzu kommt, dass es nicht immer möglich ist, eine geeignete Spenderlunge zu finden oder es zumindest lange dauert.

Bei schweren Verläufen, kann es sein, dass die betroffene Person bei einer möglichen Sauerstofftherapie und Pflege unterstützt werden muss, durch einen auf die Häusliche Intensivpflege spezialisierten Pflegedienst.