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Locked-in-Syndrom

Definition

Bei dem Locked-in-Syndrom (LiS) handelt es sich um eine fast vollständige körperliche Lähmung. Die Betroffenen befinden sich in einem Zustand, in dem sie bei vollem Bewusstsein sind, sich jedoch sprachlich oder durch Bewegungen nicht äußern können. Meist bleibt die Fähigkeit mit den Augen zu zwinkern erhalten, auch ist eine vertikale Augenbewegung möglich.

Symptome

Das Erscheinungsbild des LiS ist durch die selektive oder komplette Schädigung der motorischen Nervenbahnen bei Erhalt des übrigen Gewebes geprägt. Dies bedeutet, dass das Bewusstsein und das Sprachverständnis nicht beeinträchtigt sind. Die vier Extremitäten, die horizontale Augenbeweglichkeit sind gelähmt. Ebenfalls fallen die Fähigkeiten des Schluckens und Sprechens sowie die Mimik bei den Betroffenen aus. Aufgrund des erhalten gebliebenen Bewusstseins und des Sprachverständnisses ist das LiS jedoch vom Wachkoma abzugrenzen.

Ursache

Häufigste Ursache eines LiS ist ein Verschluss der Arteria basilaris, welcher einen Schlaganfall zur Folge hat. Diese Arterie versorgt unter anderem den vorderen Teil des Hirnstamms mit Blut. Die hier verlaufende Pyramidenbahn ist für die Weiterleitung der Bewegungssignale vom Gehirn zu den Muskeln verantwortlich. Durch den Schlaganfall wird die motorische Verbindung vom Gehirn zum Körper unterbrochen, und es kommt zu einem Ausfall der gesamten Bewegungsfähigkeit. Die vertikale Bewegung der Augen und das Zwinkern werden durch einen anderen Bereich des Gehirns gesteuert und bleiben deshalb meist erhalten. Des Weiteren kann der Auslöser eines LiS ein Tumor, ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Entzündung im Gehirn sein.

Behandlung

In der akuten Phase des LiS gelten identische therapeutische Maßnahmen wie bei einem Schlaganfall. Im weiteren Verlauf ist der Fokus auf die Entwicklung einer Kommunikationsmöglichkeit mit dem Betroffenen gerichtet. Das Trainieren der vertikalen Augenbewegung als Kommunikationsmittel kann durch eine Buchstabentafel oder spezielle Computer gefördert werden. Eine intensive Betreuung durch Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Teams der Häuslichen Intensivpflege bewährt sich immer. Vor allem das Einsetzen von behindertengerechten Hilfsmitteln ist Bestandteil der Arbeit der Therapeuten. Eine psychische Begleitung, um das einschneidende Erlebnis zu verarbeiten, kann helfen, den Betroffenen sozial und beruflich wieder zu integrieren.