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Die Pflegegrade: Voraussetzungen, Beantragung und Leistungen

Was ist ein Pflegegrad? Wie beantrage ich einen Pflegegrad und welche Pflege-Leistungen bekomme ich dafür? Diese Fragen stellen sich viele Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. 

Chronische Krankheit, nachlassende Kräfte und der unumgängliche Alterungsprozess führen dazu, dass Menschen in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind und somit Hilfe benötigen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Sie werden pflegebedürftig. Diesen Menschen stehen in der Regel Leistungen aus der Pflegeversicherung zu. Diese Leistungen sollen die notwendige Pflege von Personen mit Beeinträchtigungen gewährleisten. Die Höhe der Leistungen hängt von dem jeweiligen Hilfebedarf der Betroffenen ab. Die Ausprägung der Beeinträchtigung wird in insgesamt fünf Pflegegrade eingeteilt. Diese Pflegegrade ersetzen seit Januar 2017 die insgesamt drei Pflegestufen, die im Rahmen der Pflegereform überarbeitet wurden.
Die neuen Pflegegrade beschreiben den individuellen Hilfebedarf von Personen in gesundheitlichen Problemlagen. Festgestellt wird der Pflegegrad in der Regel durch den MDK (medizinischer Dienst der Krankenversicherung), der eine persönliche Begutachtung bei dem Antragsteller oder der Antragstellerin durchführt. Jedem Pflegegrad werden Leistungen wie ein bestimmter Geldbetrag (monatliches Pflegegeld), Pflegehilfsmittel und weitere Leistungen zugesprochen. Mithilfe dieser Leistungen kann eine Pflegemaßnahme wie die Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst oder pflegende Angehörige (häusliche Pflege), die Unterbringung in einer Pflege-WG oder in einem Pflegeheim finanziert werden.
Wir von der Deutsche Fachpflege Gruppe sind führender Anbieter im Bereich der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege. Mit viel Zeit und Fürsorge betreuen unsere bestens ausgebildeten Pflegefachkräfte Menschen, die auf eine intensive Pflege angewiesen sind. Unkompliziert und persönlich – im eigenen Zuhause oder in einer unserer bundesweiten Pflege-WGs.

Pflegegrad – Was ist das eigentlich? – Definition

Einen Pflegegrad (früher Pflegestufe) erhalten Personen, die auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind. Ergibt dabei an, wie stark die jeweilige Person in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt ist und wie viel Hilfe sie benötigt. Die Schwere der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit wird in 5 Grade unterteilt (Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5).

Pflegestufen werden zu Pflegegraden: Was hat sich geändert?

Über die Pflegegrade Übersicht zu behalten ist gar nicht so einfach. Schließlich wurden diese erst zum 01.01.2017 ins Leben gerufen. Im Rahmen der Pflegereform im Jahr 2017 wurden die bis dahin geltenden Pflegestufen von den Pflegegraden abgelöst. Durch die Umstellung von Pflegestufe zu Pflegegrad hat sich einiges verändert: Das mehrstufige System der Pflegeleistungen der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung wurde von Grund auf erneuert.
Die größte Veränderung ist, dass aus den bisherigen drei Pflegestufen insgesamt fünf Pflegegrade wurden. Die neuen Pflegegrade 1 bis 5 bilden ein erneuertes mehrstufiges System. Anhand dieses Systems entscheidet die Pflegeversicherung welcher pflegebedürftigen Person welche Pflegeleistungen zustehen. Im Gegensatz zu den vorherigen drei Pflegestufen ist bei dem neuen System eine genauere Differenzierung zwischen den Schweregraden der Einschränkung der Selbstständigkeit und der Pflegebedürftigkeit möglich. Außerdem werden nun auch psychische und geistige Defizite berücksichtigt und in die Einstufung des Pflegegrades miteinbezogen.

Das neue Begutachtungssystem

Auch das Begutachtungssystem wurde überarbeitet und angepasst, sodass psychische und kognitive Beeinträchtigungen sowie die eingeschränkte Alltagskompetenz eines Menschen in die Einstufung des Pflegegrades miteinbezogen werden können. Von diesen Änderungen profitieren auch Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung: Viele Menschen, die aufgrund von körperlichen Defiziten auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, haben ebenfalls eine Beeinträchtigung in psychischen und kognitiven Bereichen. Diese Menschen werden nun bei der Pflegegrad Einstufung oft in einen höheren Grad eingestuft und bekommen somit umfangreichere Leistungen als zu Zeiten der Pflegestufen.

Mehr Leistungen dank Pflegegrad 1 bis 5

Der Pflegegrad hat die Pflegestufe vollständig ersetzt. Menschen, die schon vor der Gesetzesänderung im Jahr 2017 Leistungen durch die Pflegestufen erhalten haben, wurden unkompliziert in den jeweils passenden Grad umgeleitet. In vielen Fällen haben sich die Leistungen für pflegebedürftige Personen, die bereits eine Pflegestufe besaßen, erhöht. So stiegen einige Menschen von der Pflegestufe 1 in den Pflegegrad 2 oder sogar in den Pflegegrad 3. Andere erhielten weiterhin Leistungen im selben Umfang, sodass sich nichts verändert hat. Grundsätzlich soll durch das PSG II der Pflegereform niemand weniger Leistungen erhalten als zuvor.

Pflegebedürftigkeit: Die Voraussetzungen für einen Pflegegrad

Damit Pflegeleistungen in vollem Umfang beansprucht werden können, muss der oder die Versicherte in den vorangegangenen 10 Jahren vor dem Antrag auf einen Pflegegrad mindestens zwei Jahre als Mitglied in die Pflegekasse eingezahlt haben oder aber familienversichert gewesen sein (§ 61 SGB XII).
Entscheidend um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten ist, dass die Person pflegebedürftig ist. Gemäß dem § 61a SGB XII sind Personen pflegebedürftig, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Pflegebedürftige Personen können körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen.
In erster Linie stellt sich also die Frage, wie selbstständig bzw. unselbstständig eine Person ihren eigenen Alltag bewältigen kann. Die Frage, ob einer Person ein Pflegegrad zusteht, wird in einer persönlichen Begutachtung zur Pflegegradeinstufung untersucht. Dabei orientiert sich der Gutachter oder die Gutachterin an der im Rahmen der Pflegereform entwickelten Begutachtungsrichtlinien. Jene (Lebens-)Bereiche, die für die Beurteilung der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten maßgeblich sind, können im § 61a Abs. 1 SGB XII nachgelesen werden.

Bei welchen Krankheiten erhält man einen Pflegegrad?

Grundsätzlich ist die Frage, ob eine Person einen Pflegegrad erhält, nicht von einer bestimmten Krankheit abhängig. Vielmehr ist die Einteilung von der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten einer Person wichtig. Grundsätzlich wird der Pflegegrad sowohl bei physischen als auch bei psychischen Erkrankungen vergeben. Das können Demenz, Depressionen, ein Schlaganfall, Diabetes, Parkinson, Krebs und viele weitere Krankheiten sein.

Pflegegrad bei Kindern

Auch Kinder können von einer Pflegebedürftigkeit betroffen sein. Bei einer geistigen oder körperlichen Behinderung kann eine tägliche intensive Pflege schon von Geburt an nötig sein. Oft wird eine Pflegebedürftigkeit bei einem Kind von den Eltern in den ersten Lebensjahren gar nicht bemerkt. Mit zunehmendem Alter kann eine Unterstützung bei der Pflege des Kindes jedoch notwendig werden. Seit den neuen Pflegegraden (zuvor Pflegestufen) werden auch Kinder und sogar Säuglinge nach neuen Kriterien begutachtet. Insbesondere Kinder mit geistiger Behinderung und deren Eltern profitieren von der Pflegereform und der Überarbeitung der Pflegestufen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Pflegebedürftigkeit eines Kindes können Kinderärzte bezüglich der Notwendigkeit eins Pflegegrades Auskunft geben.

Pflegegrad beantragen – So einfach geht es

Um einen Pflegegrad zu erhalten, muss dieser zuvor beantragt werden. Das geschieht ganz unkompliziert mit einem Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Das kann ein Anruf, eine Mail oder ein formloser Brief sein. Es genügt der Satz “Ich stelle einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse”.  Dieser formlose Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung wird bei der Pflegekasse gestellt. Die Pflegekasse ist bei der zuständigen Krankenkasse des Antragstellers oder der Antragstellerin angesiedelt, sodass die gleichen Kontaktdaten genutzt werden können. Privatversicherte Antragsteller und Antragstellerin wenden sich an die private Pflegeversicherung.
Wenn möglich sollte der Antrag von der pflegebedürftigen Person selbst gestellt werden. Ist diese dazu nicht in der Lage, kann auch ein Bevollmächtigter oder aber ein Betreuer oder eine Betreuerin den Antrag für die pflegebedürftige Person stellen. In diesem Fall muss dem Antrag eine Kopie der Vollmacht oder eine Kopie des Betreuerausweises beigefügt werden.
Nachdem ein Brief eingereicht oder ein Anruf getätigt wurde, wird die Pflegekasse tätig. Sie schickt ein Antragsformular für einen Pflegegrad an den Antragsteller oder die Antragstellerin und lässt ein Gutachten in dessen/ deren Zuhause durchführen. Bei diesem Gutachten wird geprüft, ob eine Pflegebedürftigkeit besteht. Falls dies zutrifft wird eine Einstufung in einen der fünf Pflegegrade (zuvor 3 Pflegestufen) durchgeführt. Dies geschieht in den meisten Fällen durch einen Gutachter/ eine Gutachterin des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung).

Die Schritte der Pflegegrad-Beantragung zusammengefasst:

Ein formloser Antrag (z.B. Anruf, E-Mail oder Brief) wird bei der zuständigen Krankenkasse eingereicht.
Die Pflegegasse übersendet dem Antragsteller oder der Antragstellerin ein Formular, das ausgefüllt und zurückgesendet wird
Bei einem Gutachten durch den MDK wird durch einen Gutachter oder eine Gutachterin geprüft, ob eine Pflegebedürftigkeit besteht und wenn ja, wie ausgeprägt diese ist.
Die Pflegeversicherung entscheidet anhand des MDK-Gutachtens über die Höhe des Pflegegrades.

Die MDK-Begutachtung

Zur Begutachtung besucht die jeweilige Gutachterin oder der Gutachter nach vorherige Terminvereinbarung den Antragsteller oder die Antragstellerin in der eigenen Wohnung oder in der Pflegeeinrichtung. Unangekündigte Besuche gibt es nicht. Wenn möglich sollten bei diesem Termin auch Angehörige anwesend sein. Diese können gegebenenfalls Fragen des Gutachters oder der Gutachterin beantworten. Das Gespräch mit Angehörigen kann bei der Entscheidung über die Einstufung des Pflegegrades sehr von Vorteil sein.

Pflegegrad – Welche Fragen werden bei der MDK-Begutachtung gestellt?

Um Festzustellen, ob eine Pflegebedürftigkeit besteht, bzw. wie ausgeprägt diese ist, stellt der Gutachter oder die Gutachterin bestimmte Fragen. Diese ergeben sich aus dem neuen Begutachtungsassessment (NBA), das bei der Begutachtung als Grundlage für die Erstellung des Pflegegutachtens dient. Dieses wurde im Zuge der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade entwickelt.
Der umfassende Fragenkatalog deckt insgesamt sechs Bereiche/ Module ab, die für die Selbstständigkeit pflegebedürftiger Personen relevant sind. Durch ein Punktesystem wird der Grad der noch vorhandenen Selbstständigkeit errechnet bzw. ermittelt. Je höher die Punktzahl des NBAs ausfällt, desto weniger Selbstständigkeit ist noch vorhanden. Letztendlich ist dieses Punktesystem eine maßgebende Entscheidungsgrundlage für die Pflegeversicherung, die letzten Endes den Pflegegrad bewilligt.

  • Folgende sechs Bereiche werden in der MDK-Begutachtung abgefragt:
  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Pflegegrad 1 bis 5: Das bedeuten die einzelnen Grade

Wie viele Pflegegrade gibt es? Und welche Leistungen erhält man für welchen Grad? Im Rahmen der Umstellung von Pflegestufen zu Pflegegrade kommen einige Fragen auf. Mit der folgenden Pflegegrade-Übersicht werden diese Fragen beantwortet. Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade, das sind: Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4, Pflegegrad 5. Je nach Grad stehen pflegebedürftigen Menschen Leistungen in unterschiedlicher Höhe zu.

Pflegegrad 1:

Der Pflegegrad 1 ist die niedrigste Stufe einer Pflegebedürftigkeit. Wurde vor der Pflegereform im Jahr 2017 ein Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung gestellt, und dieser abgelehnt, macht es Sinn eine Pflegegrad-Wiederholungsbegutachtung durchzuführen zu lassen. In der Regel erhalten pflegebedürftige Menschen, bei denen keine Pflegestufe genehmigt wurde, einen Pflegegrad 1. Für den Grad 1 muss lediglich eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorliegen.

Voraussetzungen Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 Voraussetzungen sind:

  • geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • mindestens 12,5 Punkte bis weniger als 27 Punkte bei der MDK-Begutachtung
  • Die Voraussetzungen sind erfüllt, wenn der oder die Pflegebedürftige körperlich und geistig “fit” ist und lediglich in geringem Maße unterstützt werden muss.

Leistungen Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 Leistungen sind:

  • 27 bis 60 Minuten Grundpflege täglich
  • Der Pflegegrad 1 Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat (der Pflegegrad 1 Entlastungsbetrag soll für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen genutzt werden)
  • Zuschüsse zum Hausnotruf
  • Pflegehilfsmittel
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung
  • Pflegeunterstützungsgeld für Angehörige
  • Wohngruppenförderung

Pflegegrad 2

Der Pflegegrad 2 kann mit Pflegestufe 0 oder Pflegestufe 1 verglichen werden. Dieser Pflegegrad wird pflegebedürftigen Menschen zugesprochen, die eine eingeschränkte Alltagskompetenz mit erheblicher Beeinträchtigung der Selbstständigkeit haben.

Voraussetzungen Pflegegrad 2

Pflegegrad 2 Voraussetzungen sind:

  • Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Ein Gesamtpunktebereich zwischen 27 und 47,5 Punkten bei der MDK-Begutachtung
  • Die Voraussetzungen für den Pflegegrad 2 sind erfüllt, wenn der Antragsteller/ die Antragstellerin sowohl geistig als auch körperlich leicht eingeschränkt ist und ca. zwei bis 3-mal täglich Unterstützung benötigt.

Leistungen Pflegegrad 2

Leistungen bei Pflegegrad 2 können sein:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Pflegegeld (316 Euro monatlich)
  • Pflegesachleistungen
  • Leistungen für die vollstationäre Pflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Pflegegrad 2 Entlastungsbetrag (z.B. Haushaltshilfe bei Pflegegrad 2)
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung
  • Zuschüsse zum Hausnotruf
  • Wohngruppenförderung und Pflegeunterstützungsgeld

Pflegegrad 3

Der Pflegegrad 3 ist vor allem für jene pflegebedürftigen Personen eine Verbesserung, die trotz einer vorhandenen eingeschränkten Alltagskompetenz vor der Pflegereform in Pflegestufe 1 fielen. Ist bei diesen Personen eine Kombination aus einer körperlichen und einer geistigen Beeinträchtigung der Alltagskompetenz vorhanden, erhalten diese pflegebedürftigen Personen nun deutlich höhere Leistungen als zur Zeit der Pflegestufen.

Pflegegrad 3 Voraussetzungen

Voraussetzungen für Pflegegrad 3 sind:

  • Eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Eine Gesamtpunktzahl von mindestens 47,5 bis weniger als 70 bei der MDK-Begutachtung
  • Schwere motorische Beeinträchtigungen wie Rückenmarkserkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Teil-Lähmungen oder Erkrankungen des Rückenmarks, solange keine weitere Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt

Pflegegrad 3 Leistungen

Leistungen bei Pflegegrad 3 können sein:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Pflegegeld (545 Euro monatlich)
  • Pflegesachleistungen
  • Leistungen für die vollstationäre Pflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Pflegegrad 3 Entlastungsbetrag
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung
  • Zuschüsse zum Hausnotruf
  • Wohngruppenförderung und Pflegeunterstützungsgeld

Pflegegrad 4

Der Pflegegrad 4 bezeichnet die schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Pflegebedürftige Personen, die vor der Pflegereform 2017 in Pflegestufe 3 oder Pflegestufe 2 (bei eingeschränkter Alltagskompetenz) eingestuft waren, erhalten automatisch den Pflegegrad 4.

Pflegegrad 4 Voraussetzungen:

  • Eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (diese Personen sind rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen, z.B. auf Intensiv- oder Beatmungspflege)
  • Eine Gesamtpunktzahl von mindestens 70 und maximal 90 Punkten bei der MDK-Begutachtung
  • Sehr starke körperliche oder kognitive Einschränkungen (z.B. sehr starke Alterserscheinungen, vollständige Lähmung, fortgeschrittene Multiple Sklerose, fortgeschrittene Demenz/ Alzheimer)

Pflegegrad 4 Leistungen

Leistungen bei Pflegegrad 4 können sein:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Pflegegeld (728 Euro monatlich)
  • Pflegesachleistungen
  • Leistungen für die vollstationäre Pflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Entlastungsbetrag
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung
  • Zuschüsse zum Hausnotruf
  • Wohngruppenförderung und Pflegeunterstützungsgeld
  • Regelmäßige Beratungs- und Betreuungsbesuche

Pflegegrad 5

Der Pflegegrad 5 ist der insgesamt höchste Grad und steht für die “schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung”.

Voraussetzungen für Pflegegrad 5

Voraussetzungen für Pflegegrad 5 sind:

  • Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
  • Mindestens 90 Punkte bei der MDK-Begutachtung
  • Eine deutliche Pflegebedürftigkeit (Betroffene müssen rund um die Uhr auf Pflege angewiesen sein, die besondere Anforderungen an Pflegekräfte stellt (z.B. Intensiv- oder Beatmungspflege),
  • Benötigte Grundpflege, die Körperpflege und Nahrungsaufnahme umfasst und vollständig übernommen werden muss
  • Die Pflegebedürftige Person ist auf psychosoziale Unterstützung angewiesen

Leistungen Pflegegrad 5

Leistungen bei Pflegegrad 5 können sein:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Pflegegeld (901 Euro monatlich)
  • Pflegesachleistungen
  • Leistungen für die vollstationäre Pflege
  • Pflegehilfsmittel (z.B. medizinische Hilfsmittel)
  • Entlastungsbetrag
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung
  • Zuschüsse zum Hausnotruf
  • Wohngruppenförderung und Pflegeunterstützungsgeld
  • Regelmäßige Beratungs- und Betreuungsbesuche

Die wichtigsten Pflegegrad Leistungen erklärt

Was ist das Pflegegeld?

Pflegebedürftige Menschen, die im eigenen Zuhause gepflegt werden, bekommen ab dem Pflegegrad 2 eine Geldleistungen – das Pflegegeld. Sie können selbst darüber entscheiden wie und von wem sie gepflegt werden möchten. Das kann die Pflege durch Angehörige, Freunde oder auch Bekannte sein. Wird eine pflegebedürftige Person im eigenen Zuhause durch einen professionellen Pflegedienst betreut, gewährt die gesetzliche und private Pflegekasse je nach Pflegegrad einen Anspruch auf Pflegesachleistungen. Dann wird kein Pflegegeld ausgezahlt. Von der Pflege im eigenen Zuhause profitieren beispielsweise Demenzkranke, die sich in ihrem eigenen Zuhause oft besser zurechtfinden als in einer Pflegeeinrichtung.

Wie hoch ist das Pflegegeld der Pflegegrade?

Die Höhe des Pflegegeldes variiert je nach Pflegegrad.
Pflegegrad 1: 0 Euro
Pflegegrad 2: 316 Euro
Pflegegrad 3: 545 Euro
Pflegegrad 4: 728 Euro
Pflegegrad 5: 901 Euro

Was sind Sachleistungen?

Ab dem Pflegegrad 2 können pflegebedürftige Menschen Sachleistungen – auch Pflegesachleistungen genannt – erhalten. Für den Fall, dass die Angehörigen einer pflegebedürftigen Person deren Pflege nicht sicherstellen können, finanziert die Pflegeversicherung sogenannte Sachleistungen. In der Regel ist das ein ambulanter Pflegedienst, der die zu pflegende Person dann regelmäßig versorgt. Werden Sachleistungen in vollem Umfang beansprucht, wird kein Pflegegeld ausgezahlt.
Typische Tätigkeiten, die ein ambulanter Pflegedienst regelmäßig durchführt, sind:

  • tägliche Körperpflege wie das Duschen des Klienten oder der Klientin und die allgemeine Körperhygiene
  • Hilfe beim An- und Auskleiden
  • die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, evtl. auch Zubereitung der Speisen
  • Hilfestellungen bei der Mobilität, z.B. das Aufstehen aus dem Bett oder Laufen
  • die Sicherstellung der Medikamentenaufnahme

Was ist Verhinderungspflege?

In vielen Fällen werden pflegebedürftige Menschen durch die eigenen Angehörigen betreut. Diese ambulante Betreuung im eigenen Zuhause (häusliche Pflege) hat oft einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der betroffenen Person. Natürlich kommt es bei der Betreuung durch pflegende Angehörige vor, dass diese selbst verhindert sind und die häusliche Pflege für einen bestimmten Zeitraum nicht erbracht werden kann. Ist dies der Fall, erhalten die pflegebedürftigen Personen eine Verhinderungspflege. Das können beispielsweise Pflegehilfskräfte, Verwandte, Nachbarn oder Freunde sein, die die Betreuung für eine bestimmte Zeit übernehmen. Die gesetzlichen Regelungen zur Verhinderungspflege werden im § 39 SGB XI (Sozialgesetzbuch Elf) aufgeführt. Die zuständige Pflegeversicherung kann eine genaue Auskunft über eine mögliche Verhinderungspflege geben.

Der Pflegegrad: Zusammenfassung

Zahlreiche Menschen in Deutschland sind auf eine ambulante, stationäre oder teilstationäre Pflege angewiesen. Um die Versorgung dieser Menschen zu gewährleisten, ermöglicht das deutsche Gesundheitssystem Leistungen zur Pflege durch die Pflegeversicherung. Bis zum Januar 2017 erhielten körperlich beeinträchtigte Menschen, die aufgrund ihrer Gesundheitsstörung in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind, eine Pflegestufe und damit verbunden Pflegeleistungen. Kognitiv oder seelisch beeinträchtigte Menschen erhielten trotz starker Einschränkung in der Selbstständigkeit keine Pflegestufe und somit auch keine Leistungen. 
Im Rahmen des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes im Jahr 2017 wurde das veraltete System der Pflegestufen überarbeitet, sodass Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3 zu den insgesamt 5 Pflegegraden wurden. Eine Vielzahl pflegebedürftiger Menschen profitiert von dieser Änderung, da nun auch Personen Pflegeleistungen erhalten, die eine kognitive oder psychische Beeinträchtigung haben. 
Personen, die regelmäßig auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, haben die Möglichkeit einen Pflegegrad-Antrag zu stellen, um Pflegeleistungen zu erhalten. Nach der Antragstellung erfolgt eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Je nach Schweregrad der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und Fähigkeiten einer pflegebedürftigen Person, erhält diese einen Pflegegrad.
Pflege bei der Deutschen Fachpflege Gruppe
Mithilfe des Pflegegrades können gesundheitlich beeinträchtigte Personen ambulante Pflege durch pflegende Angehörige oder einen ambulanten Pflegedienst beanspruchen. Des Weiteren ist eine stationäre Pflege in einer Pflege-WG oder in einer Pflegeeinrichtung mithilfe des Pflegegrades möglich. 
Pflegebedürftige Menschen mit einem Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 sind oft auf eine besonders intensive Pflege angewiesen, die eine Betreuung im eigenen Zuhause sehr schwierig machen kann. Die Deutsche Fachpflege Gruppe ist führender Anbieter im Bereich der außerklinischen Beatmungs- und Intensivpflege. Wir ermöglichen intensivpflegebedürftigen Menschen eine freundliche und angenehme Pflege im eigenen Zuhause oder in einer unserer freundlichen Pflege-WGs.
Sie interessieren sich für einen Pflegeplatz in einer unserer Intensivpflege-WGs oder haben Interesse an einer intensivpflegerischen Betreuung durch unsere ambulanten Pflegedienste? Gerne beraten wir Sie zu einer individuellen Betreuung für Sie oder Ihre pflegebedürftigen Angehörigen.