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Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege: Spezialisierung auf anspruchsvolle Pflegeaufgaben

Der nächste Karriereschritt für examinierte Pflegekräfte mit hoher Motivation, Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit

Pflegefachkräfte für Anästhesie und Intensivpflege erfüllen vielfältige anspruchsvolle Aufgaben in der pflegemedizinischen Versorgung schwerkranker Menschen. Sie arbeiten eng mit Ärzt*innen und Anästhesist*innen im Krankenhaus zusammen, unterstützen diese vor, während und nach Operationen und betreuen Intensivpflegepatient*innen auf der Intensivstation. Ebenso sind Fachkrankenschwestern und Fachkrankenpfleger mit der Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege qualifiziert für die ambulante Intensivpflege. Dort versorgen sie beatmungs- und intensivpflegebedürftige Menschen jeden Alters in deren vertrauter häuslicher Umgebung oder in Intensivpflege-Wohngemeinschaften.

Mit der Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege, die sich für gewöhnlich berufsbegleitend über zwei Jahre erstreckt, werden examinierte Pflegefachkräfte auf die spannenden und vielseitigen Tätigkeiten in der klinischen und außerklinischen Intensivpflege vorbereitet. Die zumeist modular aufgebaute Weiterbildung umfasst einen theoretischen Unterricht, Selbstlernphasen sowie eine praktische Ausbildung durch Praxisanleiter*innen. Die staatlich geprüften Absolvent*innen der Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege haben ausgezeichnete Karriere- und Gehaltsperspektiven.

Formale Voraussetzungen für die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege

Die Fachweiterbildungen im Bereich der Pflegeberufe sind staatlich anerkannt und durch die einzelnen Bundesländer geregelt. Grundsätzlich ist als Voraussetzung für die Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege eine dreijährige Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich notwendig. Dazu gehört ein erfolgreicher Abschluss, d. h. ein Abschluss mit staatlicher Anerkennung und Erlaubnis zur Führung der entsprechenden Berufsbezeichnung, beispielsweise als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in oder als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in .

Weitere Voraussetzungen können je nach Anbieter variieren. In vielen Fällen ist eine bestimmte Berufserfahrung in der Pflege erforderlich, die auch eine Tätigkeit in einer Anästhesie-Abteilung oder auf der Intensivstation eines Krankenhauses einschließen kann. Oftmals müssen Bewerber über mindestens zwei Jahre Pflegeerfahrung verfügen, wovon sechs Monate im Bereich Anästhesie oder auf der Intensivstation nachzuweisen sind. Neben Bewerbungsschreiben und Lebenslauf ist meist auch ein Empfehlungsschreiben des Vorgesetzten vorzulegen.

Persönliche Voraussetzungen für die Fachweiterbildung für Intensivpflege und Anästhesie

Für die Weiterbildung und anschließende berufliche Tätigkeit als Fachkrankenpfleger*in im Bereich Intensivpflege und Anästhesie solltest Du bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllen. Um die zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung zu durchlaufen, bedarf es einer hohen fachlichen Motivation, Zielstrebigkeit und Bereitschaft zum kontinuierlichen Lernen.

Problemorientiertes Denken, Genauigkeit, Zuverlässigkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion sowie ausgeprägte kommunikative und soziale Kompetenzen sind sowohl während der Fachweiterbildung als auch im Berufsalltag gefragt.

Schnelligkeit und Präzision sind gefragt

Auf der Intensivstation und im OP geht es oft hoch her – alle Beteiligten müssen Hand in Hand arbeiten, um Patient*innen vor, während und nach Operationen optimal medizinisch und intensivpflegerisch zu versorgen. Hier ist ein hohes Maß an Teamfähigkeit unerlässlich. Eine wichtige Aufgabe der Pflegekräfte ist es, lebensbedrohliche Entwicklungen bei den Intensivpflegebedürftigen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Notfallpatient*innen müssen schnell behandelt werden, dabei sind Geistesgegenwart und ein kühler Kopf gefragt, ebenso wie eine hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität.

Das gilt nicht nur in der operativen Intensivmedizin, sondern auch bei der Arbeit in der ambulanten Intensivpflege. Zwar geht es in der häuslichen Intensivpflege und in Intensivpflege- und Beatmungs-WGs im Allgemeinen ruhiger zu – so können die Klient*innen hier oft mit einem ein 1:1-Betreuungsschlüssel versorgt werden. Doch auch in der außerklinischen Pflege ist eine hohe körperliche und seelische Belastbarkeit gefordert. Zudem werden viel Engagement und Einfühlungsvermögen sowie exzellente soziale und kommunikative Fähigkeiten erfordert. Pflegekräfte müssen Klient*innen und deren Angehörige zu allen Fragen rund um die Pflege umfassend beraten, sie bei der Kommunikation mit Behörden und Krankenkassen unterstützen und ihnen in schwierigen Situationen fürsorglich und einfühlsam zur Seite stehen.

Als zentraler Ansprechpartner kommunizieren die Pflegefachkräfte zudem mit allen Berufsgruppen, die an der gesundheitlichen Versorgung der Intensivpflegebedürftigen beteiligt sind. Dazu gehören Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen, klinische und niedergelassene Ärzt*innen und Therapeut*innen und Unternehmen, die Medizintechnik zur Verfügung stellen. Unabhängig davon, in welchem Bereich examinierte Pflegekräfte nach ihrer Fachweiterbildung Intensiv und Anästhesie tätig sind, sollen sie eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft, viel Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist, Belastbarkeit und Empathie mitbringen.

Welche Themen umfasst die Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege?

Inhaltliche Schwerpunkte der pflegerischen Intensiv und Anästhesie Weiterbildung sind:

  • Krankheitslehre
  • Beatmung, Beatmungsphysiologie
  • Trachealkanülenmanagement
  • Sekretmanagement
  • Weaning (Beatmungsentwöhnung)
  • Gerätekunde
  • Heil- und Hilfsmittel
  • Monitoring
  • Hygiene
  • Enterale und parenterale Ernährung
  • Notfallmanagement
  • Pflegedokumentation
  • Rechtliche Grundlagen
  • Kommunikation, Anleitung und Beratung
  • Methodische Kompetenzen
  • Steuerung des eigenen Lernens

Darüber hinaus können Kenntnisse aus anderen Gebieten der Pflegewissenschaft, Medizin, Anästhesiologie und Intensivmedizin Teil des Lehrplans sein. Dazu gehört Wissen aus den Bereichen Schmerztherapie, Dekubitusprophylaxe und spezielle Wundpflege, Basale Stimulation oder Kinästhetik. Die Teilnehmer*innen der Weiterbildung für Anästhesiepflege und Intensivpflege sollen anschließend in der Lage sein, ihr Wissen selbständig anzuwenden, Pflegeprozesse strukturiert zu planen und umzusetzen sowie problemorientiert zu handeln. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, komplexe Pflegesituationen durch professionelles Handeln zu steuern und zu managen. Die Pflegekräfte müssen Veränderungen an Patient*innen frühzeitig erkennen, Notfallsituationen entgegenwirken oder diese nach Möglichkeit abwenden. Die Fachkrankenpfleger*innen sollten sich auch nach der Fachweiterbildung für Anästhesie kontinuierlich aktuelles pflegemedizinisches Wissen aneignen und dieses in die Pflegearbeit einbringen.

Wie ist die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege aufgebaut und wer bietet sie an?

Die Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege ist zumeist als zweijähriger berufsbegleitender Lehrgang angelegt. Sie ist jeweils durch die einzelnen Bundesländer geregelt und unterliegt zudem den Bestimmungen der einzelnen Bildungsanbieter. Diese öffentlichen oder privaten Anbieter müssen in jedem Fall staatlich anerkannt sein – häufig handelt es sich um Kliniken und medizinische Hochschulen, Pflegefachschulen oder Akademien für Gesundheitsberufe. Manche Institutionen bieten die Weiterbildung als 1-jährigen Vollzeitlehrgang an, andere Weiterbildungsstätten wiederum ermöglichen eine Teilzeitweiterbildung für eine Dauer von bis zu 4 Jahren.

Die berufsbegleitende zweijährige Weiterbildung Anästhesie und Intensivpflege umfasst einen theoretischen Unterricht von ca. 780 Stunden, die je nach Institution z. B. als 1- bis 2-mal wöchentlicher Unterricht oder im Blockunterricht absolviert werden. Daneben beinhaltet der Lehrgang Selbstlernphasen und eine praktische Weiterbildung unter Anleitung mit einem Umfang von mindestens 1.200 Stunden. Der praktische Unterricht findet in unterschiedlichen klinischen Abteilungen statt, meist in der Intensivpflege in der Inneren Medizin, der operativen Intensivpflege, der Anästhesie und in Form von zusätzlichen Wahlpraktika.

Die Intensiv- und Anästhesiepflege Weiterbildung ist in den meisten Fällen modular aufgebaut. Alle Module werden abschließend separat geprüft. Dazu gehört eine schriftliche, eine mündliche sowie eine praktische Prüfung. Ebenfalls sind Hausarbeiten möglich – die genauen Modalitäten der Prüfung können sich je nach Anbieter unterscheiden. Nach erfolgreichem Bestehen aller Module mit mindestens der Note „ausreichend“ folgt die staatliche Prüfung, die aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil (jeweils zum Bereich Anästhesie/OP und zum Bereich Intensivstation) besteht. Wer die staatliche Abschlussprüfung bestanden hat, darf die Berufsbezeichnung „Fachkrankenpfleger*in Intensivpflege und Anästhesie“ bzw. „Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege“ (o. ä.) tragen.

Wie viel kann eine Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege kosten?

Die Kosten für die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege variieren je nach Anbieter. Man muss generell mit einem Aufwand von mehreren Tausend Euro rechnen, die Spanne liegt zwischen ca. 4.000 Euro und 9.000 Euro. Manche Arbeitgeber übernehmen die Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege Kosten teilweise oder ganz, wenn sich die Pflegekraft im Gegenzug für eine bestimmte Zeit verpflichtet – es lohnt sich, hier genau nachzufragen!

Mit welchem Verdienst kann man als Pflegekraft mit Weiterbildung Anästhesie und Intensivpflege rechnen?

Im Allgemeinen verdienen staatlich geprüfte Pflegefachkräfte mit einer Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege in etwa 3.000 Euro brutto im Monat. Da diese Pflegekräfte sehr gefragt sind, fällt das Gehalt jedoch zunehmend höher aus. Je nach Arbeitgeber, Unternehmensgröße und individueller Berufserfahrung kann jedoch auch ein Gehalt von 4.000 Euro pro Monat und mehr erzielt werden.

Berufliche Perspektiven für Pflegende mit der Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie

Fachkrankenpfleger*innen für Intensivpflege und Anästhesie arbeiten in Krankenhäusern und Universitätskliniken, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, in Facharzt- und Zahnarztpraxen, Altenpflegeheimen und anderen stationären Pflegeeinrichtungen oder auch bei ambulanten Pflegediensten. Sie können zusätzliche Fortbildungen machen und sich weiter spezialisieren, beispielsweise als OP-Manager*in, Pflegedienstleiter*in, Praxisanleiter*in für die außerklinische Intensivpflege, Pflegesachverständige*r oder im Bereich Palliative Care.

Pflegekräfte mit Fachweiterbildung Anästhesie können je nach individuellen Voraussetzungen ein Studium anschließen und z. B. Pflegewissenschaften, Gesundheitsmanagement, Medizinpädagogik, Gesundheits- oder Pflegepädagogik oder auch Humanmedizin studieren. Viele Studiengänge sind als Fernstudium möglich, daneben wird zum Beispiel in Berlin der Bachelor-Studiengang „Intensive Care Practitioner“ angeboten.

Intensiv- und Anästhesiepflege Weiterbildung bei Mitgliedsunternehmen der Deutschen Fachpflege Gruppe

Wer eine berufliche Herausforderung im Gesundheits- und Pflegebereich sucht, in dem er viel Zeit für die individuelle Betreuung erkrankter Klient*innen hat, für den bietet sich eine Laufbahn in der außerklinischen Intensivpflege an. Hier werden schwerstkranke Patient*innen zumeist mit einem 1:1 Betreuungsschlüssel gepflegt, sodass intensive persönliche Kontakte ermöglicht werden.

Bundesweit führend in der außerklinischen Intensivpflege ist die Deutsche Fachpflege Gruppe, in der sich eine Vielzahl ambulanter Intensivpflegedienste zusammengeschlossen hat. Ihre examinierten Pflegefachkräfte versorgen Intensivpflegebedürftige aller Altersgruppen in etwa 600 Versorgungen, überwiegend in deren häuslicher Umgebung oder in Intensiv-WGs.

In den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Fachpflege Gruppe können dreijährig ausgebildete Pflegefachkräfte mit Abschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger-/in oder examinierter Altenpfleger (m/w/d) in der ambulanten Intensivpflege tätig werden. Ohne eine Weiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege benötigen sie obligatorische Zusatzqualifikation als „Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung“, die sie vor dem Beginn ihres Einsatzes in der unternehmenseigenen DFG-Akademie erwerben. Wer die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege mitbringt, benötigt die Basisqualifikation für außerklinische Beatmung nicht mehr. Für examinierte Pflegende mit der Basisqualifikation besteht die Möglichkeit einen Expertenkurs, beispielsweise bei der DIGAB e.V. zu belegen. Der Expertenkurs richtet sich an:

  • „Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpfleger/-schwester, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-schwester), die im außerklinischen Bereich in der Funktion der Fachbereichsleitung tätig werden wollen.“
  • „Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpfleger/-schwester, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-schwester oder Altenpfleger/-in), die im außerklinischen Bereich in der fachpflegerischen Versorgung beatmungsabhängiger Patienten eigenverantwortlich tätig sind und ihr Wissen in der Beatmungsversorgung vertiefen wollen […].“

Dieser Expertenkurs zielt auf die Vermittlung umfangreicher Kenntnisse rund um die fachpflegerische Versorgung beatmungspflichtiger Patient*innen. Inhalte sind unter anderem die Physiologie der Atmung, Medizintechnik, Sauerstofftherapie, Monitoring, Tracheostomamanagement und Inhalationstechniken. Insgesamt umfasst dieser Expertenkurs bei der DIGAB e.V. insgesamt 200 Zeitstunden und gilt als berufsbegleitende Qualifikation, die nach 6 bis 12 Monaten abgeschlossen wird.