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ALS – alles Wichtige zur amyotrophen Lateralsklerose

Die ALS oder amyotrophe Lateralsklerose ist eine chronische, unheilbare Erkrankung, bei der es im Verlauf zu Muskelschwund und Lähmungen am gesamten Skelettsystem kommt. Sie wird auch als Lou-Gehrig-Syndrom, myatrophe Lateralsklerose oder nach ihrem Entdecker Charcot-Krankheit bezeichnet und gehört zu der Gruppe der Motoneuron-Krankheiten. Etwa drei von 100.000 Menschen erkranken jährlich weltweit an der chronischen, progredient verlaufenden Erkrankung. Die Erkrankten werden in ihrem Alltag zunehmend eingeschränkt und benötigen im Verlauf nicht selten intensivmedizinische Pflege, da auch die Atemmuskulatur vom Muskelschwund betroffen ist und somit häufig eine Beatmung nötig wird. Die Deutsche Fachpflege Gruppe ist im Bereich der außerklinischen Intensivpflege im gesamten Bundesgebiet einer der führenden Anbieter und bietet häusliche Intensivpflege sowie Intensivpflege in Wohngemeinschaften an.

Was ist ALS? – Definition der ALS-Krankheit

ALS (amyotrophe Lateralsklerose) ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit einer Atrophie der Skelettmuskulatur und Pyramidenbahnzeichen einhergeht. Konkret bedeutet es, dass durch die Erkrankung die Nervenzellen geschädigt werden, die für Muskelbewegungen zuständig sind. Die Folgen daraus sind abnehmende Kraft, Lähmungen und schlussendlich der progressive Muskelschwund.

Muskeln, die nicht mehr bewegt werden können, werden abgebaut. Alle Muskeln des Skeletts können von ALS betroffen sein.

Anatomische Grundlagen von Bewegung und Muskeln

Muskeln werden durch Nervenzellen bewegt, die Motoneurone. Im menschlichen Körper gibt es zwei Arten davon: die unteren und die oberen. Die Zellkerne der unteren motorischen Neurone sitzen im Rückenmark und ihre Axone oder Zellfortsätze lösen die Bewegung im Muskel aus. Sie steuern reflektorische Bewegungen, ohne einen Befehl von den oberen Neuronen zu erhalten, was in Gefahrensituationen schnellere Bewegungen zulässt. Wenn Sie zum Beispiel die Hand auf eine heiße Herdplatte legen, sorgen die unteren Motoneurone für ein reflexartiges Zurückziehen der Hand, ohne dass der Reiz erst im Gehirn als Gefahr erkannt wird und dann erst der Befehl erfolgt, die Hand von der Herdplatte zu nehmen.

Die Zellkerne der oberen Motoneurone befinden sich in der motorischen Rinde, auch Gyrus praecentralis genannt, im Großhirn. Die Axone reichen bis ins Rückenmark, in welchem sie den Bewegungsimpuls an die unteren Motoneurone weitergeben. Die Zellfortsätze verlaufen gebündelt in den sogenannten Pyramidenbahnen. Vom motorischen Cortex aus verlaufen sie nicht parallel bis zum unteren Motoneuron, sondern überkreuzen sich zu 90 % in der Medulla oblongata. Die restlichen 10 % verlaufen gerade.

Neben den motorischen Nervenzellen gibt es noch sensorische, die für das Spüren und Fühlen verantwortlich sind. Sie bilden eigene Nervenbahnen, die wie die motorischen Nervenbahnen unterteilt und aufgebaut sind.

Im Querschnitt ähnelt das Rückenmark einem Schmetterling. Die „Flügel“ werden als Vorderhorn und Hinterhorn bezeichnet. Im Vorderhorn verlaufen die motorischen Axone, im Hinterhorn die sensorischen. Durch die ALS-Krankheit werden die motorischen Nervenzellen unheilbar geschädigt, während die sensorischen Nervenzellen ihre Funktion beibehalten. Die Degeneration kann sowohl zuerst in den oberen oder auch in den unteren Motoneuronen stattfinden, die jeweils zu unterschiedlichen ersten Symptomen führen.

Ursachen der ALS

Die endgültige Ursache für die degenerative Erkrankung ist bis heute noch unklar. Forscher beobachten eine familiäre Häufung, jedoch gibt es viele Betroffene, die keine familiäre Vorbelastung haben. In verschiedenen Gentests wurde beobachtet, dass die meisten Erkrankten Mutationen an drei Genen aufweisen. Ob das jedoch die einzige Ursache ist, kann noch nicht abschließend gesagt werden. Zudem bestehen verschiedene Thesen, die Glutamat, Autoimmunreaktionen, andere Umwelteinflüsse oder physische Aktivität als mögliche Ursache vermuten.

ALS Krankheitsverlauf

Die ALS Krankheit und Symptome verschlimmern sich im fortschreitenden Krankheitsverlauf. Männer sind von ihr häufiger betroffen als Frauen. Das Verhältnis liegt bei etwa 2/3. Überwiegend zeigen sich die ALS Erstsymptome zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, jedoch können auch jüngere Personen davon betroffen sein.

ALS – die ersten Symptome

Die ersten ALS Anzeichen treten meist nach dem 5. Lebensjahrzehnt auf. Es gibt drei verschiedene Arten und Verlaufsformen der Lateralsklerose, die sich in unterschiedlichen ALS Symptomen äußern.

  • Bulbäre Verlaufsform
  • Spinale Verlaufsform
  • Respiratorische Verlaufsform

Die häufigste Form, von der etwa 70 % der ALS-Patient*innen betroffen sind, ist die spinale Verlaufsform. Hierbei ist das motorische Vorderhorn des Rückenmarks betroffen, weshalb sich die ersten Anzeichen in Form von Muskelschwächen oder -krämpfen bemerkbar machen. Es können sowohl Arme als auch Beine zuerst betroffen sein oder zuerst nur eine Körperseite.

Mögliche Erstanzeichen der spinalen Form können sein:

  • Gangunsicherheiten
  • Schwierigkeiten bei der Rasur oder Haarpflege
  • Probleme beim Schreiben oder bei Handarbeiten

Die zweithäufigste Verlaufsform mit etwa 20-30 % ist die bulbäre Verlaufsform, bei der die Motoneurone im Hirnstamm als erstes betroffen sind.

Hier zeigen sich erste ALS Symptome in Form von:

  • Sprechstörungen
  • Probleme beim Kauen
  • Häufiges Verschlucken
  • Unkontrollierbarer, aus dem Mund fließender Speichel

Durch die Schluckstörung verschlucken sich die Betroffenen häufig, sodass Getränke oder Nahrungsmittel in die Luftröhre gelangen und eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursachen können. Weiter ist das sogenannte Hamstern möglich, bei der Nahrungsmittel in den Wangentaschen gesammelt und nicht geschluckt werden.

Sehr selten tritt die respiratorische Verlaufsform auf. Diese zeichnet sich durch Atemprobleme aus, die sich überwiegend im ersten Stadium bei körperlicher Anstrengung zeigt und mit fortschreitendem Krankheitsverlauf zunimmt.

Im ALS Krankheitsverlauf schreiten die Symptome zunehmen fort, sodass sich die Symptome aller Formen vermischen und schlussendlich das gesamte Skelettsystem betroffen ist.

ALS – fortgeschrittene Symptome

Mit dem weiteren Fortschritt des Lou-Gehrig-Syndroms breitet sich die Muskelschwäche über den ganzen Körper aus, sodass es zu Gangunsicherheiten, Schluck- und Atemproblemen kommt, egal welche Motoneurone zuerst betroffen waren. Weiter bilden sich Muskelkrämpfe, die auch vor der Muskelschwäche auftreten können. Auch Muskelzuckungen, sogenannte Faszikulationen, können auftreten sowie Spastiken, die durch eine zu hohe Muskelspannung hervorgerufen werden.

Insgesamt wirken die Bewegungen der ALS-Patient*innen steif und abgehackt. Bei anderen Betroffenen wiederum kann es zu einer Verringerung der Muskelspannung kommen, wodurch die Bewegungsabläufe schluderig wirken können.

Das Gesicht wird zunehmend ausdrucksloser und den Patient*innen fällt es immer schwerer, ihre Emotionen zu kontrollieren. Teilweise fangen sie an zu weinen oder zu lachen, ohne dass es einen offensichtlichen Grund dafür gibt. Die Atemkraft lässt, außer bei der respiratorischen Verlaufsform, häufig zuletzt nach. Häufig wird so zuerst eine unterstützende Beatmung und im weiteren Verlauf eine komplette Übernahme der Atmungsfunktion nötig.

Die ALS-Patient*innen werden somit intensivpflegebedürftig. Die Erkrankung betrifft die gesamte Skelettmuskulatur. Die Schließmuskeln und die Muskulatur um die Augen sind überwiegend nicht betroffen oder werden erst im sehr späten Stadium schwächer. Wie schnell die ALS-Krankheits-Symptome voranschreiten und sich verschlimmern kann nicht pauschal gesagt werden. Der Verlauf ist von Betroffenem zu Betroffenem unterschiedlich.

ALS-Krankheit – die Lebenserwartung

Menschen, die an ALS erkrankten, haben eine reduzierte Lebenserwartung, auch dann, wenn sie eine optimale Behandlung und Pflege erfahren. Etwa 50 % der ALS-Patient*innen sterben in den ersten 3 Jahren nach dem Auftreten der ersten Symptome. Circa ¼ überlebt die ersten 5 Jahre und ca. 10 % leben länger als 10 Jahre nach den ersten auftretenden Symptomen. Es gibt Fälle, in der Erkrankte über 30 Jahre mit der Motoneuron-Krankheit leben, allerdings ist diese Zahl sehr gering.

Die häufigsten Todesursachen stellen die respiratorische Insuffizienz sowie Lungenentzündungen aufgrund der Schluckstörungen dar.

Die Diagnose ALS

Die ersten Symptome des Lou-Gehrig-Syndroms sind unspezifisch, weshalb die Diagnose amyotrophe Lateralsklerose einige Zeit und viele Untersuchungen beansprucht. Neurolog*innen sind für die Diagnostik zuständig. Zuerst erfolgt die körperliche Erstuntersuchung, bei der alle Symptome und Beschwerden genau erfasst, Reflexe getestet und die allgemeine körperliche Verfassung ermittelt werden.

Die Patienten schildern, wann sie die Anzeichen bemerkten, in welchen Situationen sie auftreten und ob sie sich im Verlauf veränderten. Die ALS tritt in Verdacht, wenn die Muskelschwäche nicht mit Sensibilitätsstörungen auftritt und die Betroffenen keine Schmerzen haben. Es folgen weitere Untersuchungen, da die Diagnose ALS nicht zu schnell getroffen werden sollte und weitere degenerative Muskelerkrankungen ausgeschlossen werden müssen. Wichtig dabei ist ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns und Rückenmarks, da dort ersichtlich wird, ob es anatomische oder krankheitsbedingte Veränderungen gibt, die für die Symptome verantwortlich sind. Durch eine Elektromyographie lässt sich feststellen, ob die Ursache muskulär oder neuronal bedingt ist. Bei der ALS sind die Nervenzellen der Grund für die Muskelschwäche. Einen wichtigen Hinweis gibt zudem die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie). Hierbei werden Nerven mittels Strom stimuliert und es wird die Zeit gemessen, wie lange es dauert, bis dieses Signal einen Muskel bewegt. Bei der ALS ist diese Zeit im Vergleich zum Normalbefund deutlich länger. Die Neurolog*innen führen verschiedene Tests durch, da es bislang keinen Parameter oder keine Untersuchung gibt, die allein auf die amyotrophe Lateralsklerose hinweist.

Blut und Urin werden untersucht, um mögliche Infektionen, Stoffwechselerkrankungen oder Schwermetallvergiftungen auszuschließen. Weiter wird Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) auf Infektionen untersucht. Ein Gentest gibt Hinweise auf Erbkrankheiten.

Das Ergebnis aller Untersuchungen ist für die Diagnose nötig. Es gibt mehrere Erkrankungen, die ähnliche Symptome zeigen, jedoch meist besser behandelbar sind. Darunter zählen beispielsweise:

  • Myasthenia Gravis
  • Multiple Sklerose
  • Spinale Muskelatrophie
  • Postpolio-Syndrom
  • Einschlusskörpermyositis

ALS Therapie

Bislang gibt es keine Therapie oder Behandlung, die die amyotrophe Lateralsklerose heilt und die Ursache behandelt. Dennoch gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die den ALS-Patient*innen das Leben mit ihrer Diagnose erleichtern sollen.

Therapeutische Behandlungen der ALS

Klinische Studien zu medikamentösen Therapieoptionen laufen noch. Bislang konnte Riluzol als einziges Medikament für ALS zugelassen werden. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht erforscht, jedoch weiß man, dass der Wirkstoff die Freisetzung von Glutamat hemmt und damit die Aktivitäten, die es hervorruft, unterdrückt. In Studien verlängerte das Medikament die 1-Jahres-Überlebensrate um 9 %.

Einen großen Teil der Therapie nimmt die Physiotherapie ein. Die Therapeut*innen führen Maßnahmen durch, die die Muskelkraft aufrechterhalten und damit Kontrakturen vorbeugen sollen. Anfangs können die erkrankten Menschen diese Übungen noch selbstständig durchführen. Im weiteren Verlauf führen die Physiotherapeut*innen die Bewegungen durch. Behandlungsmethoden wie die propriozeptive Neurofaszilitation (PNF) und nach dem BobathKonzept spielen hierbei eine große Rolle.

Um die Bewegungsfunktionen der Hände und der Feinmotorik so lange wie möglich zu erhalten, wird auch die Ergotherapie vielfach eingesetzt. Logopäd*innen leiten zu Maßnahmen an, die die Schluckfunktion aufrechterhalten sollen. Auch die Atemtherapie hat einen großen Stellenwert, da dadurch der respiratorischen Insuffizienz vorgebeugt und die Atem(hilfs-)muskulatur gestärkt werden soll.

Diese Therapieformen fallen unter die symptomatische Therapie und werden in der Regel zwei- bis dreimal wöchentlich verordnet.

Symptomatische ALS Therapie

Zur symptomatischen Therapie zählen zudem Medikamente, die die Symptome erträglicher machen sollen. Bei Spastiken wird häufig Baclofen eingesetzt, da es eine muskelentspannende Wirkung hat. Phenytoin oder Chinin helfen häufig bei Muskelkrämpfen. Gegen die hohe Speichelproduktion verordnen Ärzt*innen meist Anticholinergika wie Amitriptylin oder Parasympatholytika wie das Scopolamin TTS Pflaster. Eine längerfristige Lösung für die Pseudosialorrhoe stellen Injektionen mit Botulinumtoxin Typ A in die Speicheldrüsen dar. Sie kann etwa alle drei Monate erneut durchgeführt werden.

Die mentalen Fähigkeiten bleiben bei der amyotrophen Lateralsklerose erhalten. Da die betroffenen Personen es deshalb miterleben, wie ihnen ihr Körper immer weniger gehorcht und sie auf immer mehr Pflege angewiesen sind, erleiden viele eine Depression. Die Therapie und Behandlung der Depression haben deshalb eine große Bedeutung. Weitere psychische Begleiterscheinungen stellen Schlaflosigkeit und Ängste dar. Hierbei kommen meistens Antidepressiva wie Amitriptylin, Sertralin, Fluoxetin oder Paroxetin zum Einsatz. Bei Schlafstörungen findet neben Amitriptylin überwiegend Zolpidem Verwendung.

Durch die zunehmend schwächer werdenden Atem- und Atemhilfsmukeln fällt den Erkrankten das Abhusten des zähen Bronchialschleims schwer. Durch Medikamente wie ACC wird dieser flüssiger und leichter abhustbar oder lässt sich leichter absaugen.

Etwa die Hälfte aller ALS-Patient*innen entwickelt eine pseudobulbäre emotionale Labilität. Das bedeutet, dass sie unkontrolliert anfangen zu weinen oder zu lachen und ihre Emotionen immer schwerer kontrollieren können. Daraus folgt eine verminderte Lebensqualität, da die Erkrankten sich mehr und mehr zurückziehen. Medikamente wie Fluvoxamin, Amitriptylin, Citalopram oder L-Dopa zeigen in verschiedenen Studien daraufhin gute Resultate.

Atemunterstützung bei der ALS-Erkrankung

Im Laufe der Erkrankung kommt es zu Atemproblemen, Atemschwäche und im finalen Stadium zur Lähmung der Atemmuskulatur. Häufig beginnen die Probleme in der Nacht in Form von nächtlichen Hypoxien. Die Betroffenen bemerken Durchschlafstörungen oder dass sie morgens nicht mehr erholt, sondern erschöpft aufwachen. In dieser Phase kommt häufig die nicht-invasive Beatmung zum Einsatz. Eine Beatmungsmaschine unterstützt die eigene Atemfunktion über eine Maske, die über Nase und Mund ragt. Während sie anfangs meist nur nachts eingesetzt wird, brauchen die Betroffenen später eine ganztägige Atemunterstützung.

Schreitet die Krankheit weiter fort, wird die invasive Beatmung über eine Trachealkanüle nötig. Die Trachealkanüle ist eine Kanüle mit großem Durchmesser (Lumen), die durch einen Luftröhrenschnitt in die Luftröhre ragt. Tracheotomierte Menschen können mittels spezieller Aufsätze reden und essen.

Ernährung bei ALS

Schluckstörungen sind eines der ersten Anzeichen der bulbären Verlaufsform des Lou-Gehrig-Syndroms. Auch bei den anderen Verlaufsformen treten sie früher oder später auf und bergen ein großes Risiko für eine Lungenentzündung. Logopäd*innen unterstützen dabei, die orale Nahrungsaufnahme lange zu ermöglichen, indem sie mit den Betroffenen das Schlucken trainieren, Getränke andicken und die Ernährung auf passierte Kost umstellen. Ist die orale Nahrungsaufnahme im späteren Krankheitsverlauf nicht mehr möglich, wird häufig eine perkutane endoskopische Gastrostomie durchgeführt. Hierbei führt ein Schlauch von außen in den Magen hinein. Durch diesen Schlauch fließt die Sondenkost und Medikamente können darüber verabreicht werden.

Pflege bei der ALS-Erkrankung

Die pflegerischen Maßnahmen sind durch die unterschiedlichen Symptome und den fortschreitenden Krankheitsverlauf vielfältig. Zu Beginn der Krankheit ALS versorgen sich die Betroffenen noch selbst, doch je weiter sie voranschreitet, desto mehr Unterstützung benötigen sie. Sie erhalten diese durch pflegende Angehörige, einen ambulanten Pflegedienst, andere ambulante Angebote oder in einer stationären Einrichtungen. Tracheotomierte Betroffene benötigen Unterstützung der außerklinischen Intensivpflege, die sowohl ambulant zu Hause, in einer BeatmungsWG oder einer stationären Einrichtung durchgeführt werden kann. Ein zentraler Bereich, der sich auf nahezu alle Stadien bezieht, ist die Grundpflege. Da die Feinmotorik und Bewegungen der Arme und Beine meist zuerst eingeschränkt sind, benötigen Betroffene hierbei Unterstützung. Dazu zählen neben Duschen oder Baden:

  • Zahnpflege
  • Ankleiden
  • Haarpflege
  • Rasur

Auch bei der Mobilisation unterstützen die Pflegekräfte, indem sie Hilfestellung geben oder im weiteren Verlauf die Positionswechsel und Mobilisierungen übernehmen. Bei der amyotrophen Lateralsklerose spielt sie eine wichtige Rolle, da die Sensibilität erhalten bleibt und das lange Liegen oder Sitzen in einer Position schmerzhaft werden, sich für die Betroffenen unangenehm anfühlen oder zu einem Dekubitus führen kann.

Zu den grundpflegerischen Tätigkeiten gehört es auch, die Nahrungsmittel so vorzubereiten, dass sich Betroffene möglichst nicht verschlucken können und an das regelmäßige Husten und Nachschlucken zu erinnern. Die Schließmuskeln sind bei den meisten Erkrankten nicht betroffen, weshalb die Pflege bei Inkontinenz eine untergeordnete Rolle spielt. Die Pflegekräfte oder pflegende Angehörige unterstützen sie bei Toilettengängen oder bieten, wenn die Bewegungsfähigkeit bereits zu stark eingeschränkt ist, Hilfsmittel wie Steckbecken oder Urinflasche an.

Obwohl ihnen das Sprechen durch die neurologische Erkrankung immer schwerer fällt und später gar nicht mehr möglich ist, können sie sich ihrer Umgebung auf anderen Wegen mitteilen. Da die Augenmuskulatur in den meisten Fällen nicht von der fortschreitenden Lähmung betroffen ist, wird gerne per Augencode kommuniziert. Am einfachsten ist es, Ja/Nein-Fragen zu stellen, auf die der Pflegebedürftige mit Zwinkern reagiert. Zudem gibt es spezielle Computer, mit welchen man per Augencode schreiben, einen Notruf auslösen oder andere Befehle steuern kann. Diese Technologie ist noch nicht gänzlich ausgereift, weshalb Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen bei der Pflege von Klienten und Patienten mit ALS eine große Rolle spielen.

Weiter sind Prophylaxen wichtig, um zusätzliche Erscheinungen wie Thrombose, Lungenentzündung, Kontrakturen oder Wundliegen (Dekubitus) zu vermeiden. Die Pflege wird immer zeitintensiver, da die motorischen Fähigkeiten abnehmen. Deshalb stellt die Beantragung eines Pflegegrads eine finanzielle Entlastung für die Familie dar. In den ersten Stadien der neurodegenerativen Erkrankung kann die Pflege durch Angehörige übernommen werden oder ein ambulanter Krankenpflegedienst engagiert werden. Möglich ist auch die Unterbringung in einer stationären Einrichtung, wobei darauf geachtet werden sollte, dass die Beatmungspflege angeboten wird.

Heimbeatmung bei der amyotrophen Lateralsklerose

Einen zentralen Teil der Pflege nimmt im späteren Krankheitsverlauf die Beatmung ein. Die meisten erkrankten Menschen benötigen zuerst die unterstützende nicht-invasive Beatmung (NIV oder NIB). Der Atemimpuls wird durch den Betroffenen ausgelöst und die Beatmungsmaschine sorgt mit Druck dafür, dass mit geringen Anstrengungen die benötigte Menge Luft und Sauerstoff eingeatmet werden können. Dafür sind Masken notwendig, die über Nase bzw. über Nase und Mund reichen.

Später bekommen viele ein Tracheostoma mit einer Trachealkanüle. Hierüber kann die invasive Beatmung durchgeführt werden. Sie wird nötig, wenn die Atemkraft nicht mehr ausreicht, um einen Atemzug zu triggern. Die Maschine übernimmt somit die gesamte Atemleistung. Die Trachealkanüle sitzt unterhalb des Kehlkopfs und stellt eine direkte Verbindung zwischen außen und der Luftröhre dar.

Pflegefachkräfte übernehmen in der Beatmungspflege die Pflege des Tracheostomas, die Überwachung der Beatmungsparameter, das Notfallmanagement und hygienische Tätigkeiten. Hygiene spielt eine wichtige Rolle, da die künstliche Beatmung ein Risikofaktor für eine Lungenentzündung darstellt und die unhygienische Arbeitsweise dieses Risiko verstärken würde.

Für chronisch Erkrankte ist eine Pneumonie eine der häufigsten Todesursachen. Die Kanüle wird nach Herstellerangaben alle 14-21 Tage gewechselt. Die Beatmungsschläuche nach Herstellerangaben etwa einmal wöchentlich. Zudem erfolgt je nach Bedarf über den Tag verteilt die Versorgung des Stomas, da hier Sekret austreten kann. Die behandelnde Ärzteschaft legt unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation und des körperlichen Zustands die Beatmungsparameter fest. Die korrekte Einstellung ist wichtig, damit der Sauerstoffaustausch und die -versorgung optimal sind. Die Pflegefachkräfte kontrollieren in regelmäßigen Abständen, ob die verordneten Parameter korrekt eingestellt sind. Da die Kraft zum Abhusten des Sekrets fehlt, muss dieses durch Absaugkatheter maschinell entfernt werden. Dazu verwendet das Pflegeteam sterile Absaugkatheter und sterile Handschuhe, um potentielle Keime nicht direkt in die Lunge zu bringen.

Die Heimbeatmung findet im Rahmen der außerklinischen Intensivpflege entweder ambulant in den eigenen vier Wänden, in ambulanten Beatmungs-WGs oder stationären Wohnheimen für Beatmung statt. Welche Form am besten geeignet ist, kommt auf die Wohnsituation und die Vorlieben des Erkrankten an. Zudem spielt es eine Rolle, ob Familienangehörige bei der Pflege unterstützen möchten und können.

Mit der Deutsche Fachpflege Gruppe optimal bei ALS versorgt

Die amyotrophe Lateralsklerose ist eine der häufigsten Krankheitsbilder in der außerklinischen Intensivpflege und Heimbeatmung. Wir, die Deutsche Fachpflege Gruppe, zählen in Deutschland zu den führenden Anbietern in diesem Bereich, da wir eine bundesweite Versorgung für Sie bereitstellen. Wir sind dabei auf die Versorgung in Intensivpflege-WGs spezialisiert, bieten Ihnen und Ihren Angehörigen jedoch auch die 1:1 Pflege in Ihrem Zuhause oder die Pflege in stationären Einrichtungen an. Sie bestmöglich seelisch und körperlich zu pflegen, stellt unser wichtigstes Ziel dar. Dazu halten wir uns an strenge Qualitätsrichtlinien, die weit über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Wir achten dabei auf eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen allen an der Pflege beteiligten Berufsgruppen, um Ihnen eine lückenlose, interdisziplinäre, ganzheitliche Pflege zuteilwerden zu lassen. Bei uns steht der Mensch an erster Stelle. Das bedeutet, dass wir Ihre optimale Versorgung mit einem empathischen und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Mitarbeiter*innen, Geschäftspartner*innen, der Gesellschaft und Umwelt in Einklang bringen. Zudem spielen die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter*innen eine zentrale Rolle, um nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen zu handeln. Überzeugen Sie sich gerne von unseren Versorgungsmöglichkeiten und besichtigen Sie, Einrichtungen in Ihrer Nähe, in denen wir tätig sind. Wir freuen uns auf Sie!

Quellen:
https://www.dgm.org/sites/default/files/content/5283/neuro33.pdf
https://www.lateralsklerose.info/als_die-krankheit/therapie-bei-als/heimbeatmung-von-als-patienten/
https://www.msdmanuals.com/de/heim/st%C3%B6rungen-der-hirn-,-r%C3%BCckenmarks-und-nervenfunktion/erkrankungen-des-peripheren-nervensystems/amyotrophe-lateralsklerose-als-und-sonstige-motoneuronerkrankungen-mnd
http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Friedrich-Baur-Institut/de/krankheitsbilder/amyotrophe_lateralsklerose/index.html
https://www.gehirnlernen.de/gehirn/das-r%C3%BCckenmark/